Route G:

Die Stationen des Gartenkulturpfades Berlin...
Campus-Route
 
   G1  
Bremer Straße
Das Blumenornament entlang der Fassade der traditionsreichen Arminius-Markthalle führt uns mitten hinein in den Moabiter Kiez. Wie in vielen vergleichbaren Berliner Ortsteilen findet man heute hier eine spezielle Mischung aus sozialen Problemen, interkulturellen Einflüssen und alteingesessenen Bewohnern, die ohne „ihre“ Kiez gar nicht leben wollen.
Eine der stadtplanerischen Möglichkeiten zur Lösung der sozialräumlichen Probleme ist die Ausweisung von Quartiersmanagement Gebieten (QM-Gebiete) und die Gestaltung des öffentlichen Raumes mit Akzenten im Bereich der Grüngestaltung, sowie der Kinderspielplätze und der Sportanlagen.
Wir wandern entlang der verkehrsberuhigten Bremer Str. und über die Grünfläche zwischen Wiclefstraße und Birkenstraße. In diesem Gebiet hat der BUND-Berlin einen Naturlehrpfad Moabit (siehe www.naturlehrpfad-moabit.de) ausgearbeitet.
 
 
   G2  
Unionplatz
Das Projekt Kids in Bewegung rund um den Unionplatz setzte auf einer 7.000 m² großen Fläche Akzente für eine Kinder- und Bürgerorientierte Umgestaltung des öffentlichen Raumes. Der Aspekt der Bürgerbeteiligung, insbesondere auch von Kindern, war dabei ein sehr wichtiges Element der Projektgestaltung. Von September 2002 bis November 2004 entstanden so attraktive Bewegungs- un Spielmöglichkeiten für Kinder. Der Kiez-bekannte Nachbarschaftsverein Moabiter Ratschlag e.V. war der Träger des Projektes.
Ganz besonders muss man hervorheben, dass die Gestaltung der einzelnen Teilprojekte in besonderer Weise mit künstlerischen Mittel umgesetzt wurde.
Weitere Infos: www.moabiter-ratschlag.de/
 
 
   G3  
SUZ Mitte: Gartenarbeitsschule Tiergarten
Ein Paradiesgärtlein mitten im Moabiter Kiez. Die Gartenarbeitsschule Tiergarten wurde Anfang der 1950er Jahre gegründet. Seit der Bezirksgebietsreform im Jahr 2000 ist sie Teil des Schul-Umwelt-Zentrum Mitte (SUZ Mitte). Vor allem Grundschulen und Kindertagesstätten aus dem unmittelbaren Umfeld nutzen die 10.000 m² große Gartenanlage um den Kindern des sozialen Moabiter Brennpunktquartiers Natur, Gatenbau,  Gesunde Ernährung und kreative Gestaltungs- und Bewegungsmöglichkeiten zu bieten. Die Zusammenarbeit mit dem sehr aktiven Stadtteilverein „Moabiter Ratschlag e.V.“ ergänzt die schulischen Angebote im Nachmittags-, Wochend- und Ferienbereich.
Weitere Infos: www.suz-mitte.de

 
   G4  
Uferbereich: Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal
In der Zeit zwischen 1847 und 1860 wurde der Kanal gebaut, der eine Verbindung zwischen der Spree, dem Nordhafen, dem Westhafen und den Industrriegebieten in Siemensstadt und Spandau herstellte. Nach der Maueröffnung kommt diesem Kanal wieder eine größere Bedeutung zu. Für das Freiraumsystem von Berlin soll hier eine Grünverbindung zwischen Gleisdreieck – Tiergarten – Nordhafen – Rehberge entwickelt werden. Finanziert wird das Projekt als Ersatzmaßnahme für Eingriffe in Natur und Landschaft durch die Deutsche Bahn AG, das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin und das Land Berlin, sowie mit EU Mitteln.
 
 
   G5  
Pekinger Platz
Bei der Aufteilung des Stadtgebietes nach einem Block-Raster im Rahmen des Hobrecht-Plans 1862 blieben kleine Restflächen übrig, da sie zu klein für eine Bebauung waren. Der kleine Pekinger Platz am Rande des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanales war so eine Fläche. Im Jahre 1880 wurde an der westlichen Spitze eine Bedürfnisanstalt errichtet, vom Berliner Volksmund gern als „Cafe Achteck“ bezeichnet. Heute stehen diese öffentlichen WC’s unter Denkmalschutz und am Pekinger Platz wurde das „Café Achteck“ funktions- und denkmalgerecht restauriert.
Die gärtnerische Gestaltung des Platzes geht auf den Plan des Stadtgartendirektors A. Bodersen aus dem Jahre 1923 zurück. Wichtiges Element der Planung war schon damals ein großer Kinderspielplatz.
Download Informationstext: g5_infotext.pdf
 
 
   G6  
QM-Projekt: Sprengelstr.
Im Rahmen des Quartiersmanagement Sparrplatz begann der Bezirk Mitte im Jahr 2004 eine ehemalige Gewerbefläche inmitten eines Wohngebietes umzuwidmen und neu zu gestalten. Dabei war ein besonderes Anliegen der Planer, durch eine intensive Bürgerbeteiligung die Neugestaltung im Sinne der Anwohner zu entwickeln. Ausgangspunkt waren eine Reihe von kleinen Gewerken auf dem Gelände mit einer hohen Belastung des Grundstückes durch Emissionen und Bodenkontamination. Das Grundstück ist nun beräumt und wird neu angelegt. Die Finanzmittel stammen aus Ausgleichszahlungen der Deutschen Bahn u. a. als Ersatzmaßnahme für Eingriffe in Natur und Landschaft.
 
 
   G7  
Campus der Technischen Fachhochschule Berlin
Zu den großen Namen der TFH-Vorgängereinrichtungen gehörte auch der legendäre Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné (1789 – 1866). Insofern ist es ein Zeichen gut verstandener Tradition, dass heute nicht nur technische Fächer gelehrt werden, sondern auch Gartenbau, Landschaftsarchitektur und Umweltplanung sowie Kartographie. Die TFH ist mit seinen 9.000 Studierenden und 300 Professoren und 600 Lehrbeauftragten ein bedeutsamer Hochschulstandort Berlins.
Der Campus der TFH zwischen Luxemburger Str. und Ostender Str:wird derzeit von Studenten der Landschaftsarchitektur dokumentiert und neu geplant. Ein kleiner Kräuter-Lehrgarten befindet sich vor dem Präsidialgebäude in der Lütticher Straße.
Im Jahr 2009 hat die TFH ihren Namen gewechselt: Die Einrichtung heißt jetzt Beuth-Hochschule für Technik in Berlin!
Weitere Infos: www.beuth-hochschule.de
 
 
   G8  
Charité: Campus Rudolf-Virchow
Ein hochmodernes Klinikum, ein traditionsreicher, innerstädtischer Krankenhausstandort und eine Gartengestaltung mit dem Prädikat „besonders wertvoll“: Das ist die heutige Charité – Campus Rudolf-Virchow.
Die beengte Lage zwischen Wohngebieten, Kanal und Volkspark Rehberge macht nur eine Gestaltung der Freiflächen auf kleinstem Raum möglich. Aber wer als Patient oder als Besucher des Klinikgelände betritt, der verspürt eine durch die liebevolle gärtnerische Pflege geprägte Stimmung, die über manche krankheitsbedingten Sorgen und Leid hinweg hilft.
Wer beispielsweise in die Zahnklinik muss, geht an dem Naturdenkmal einer wunderschönen Rosskastanie (Aesculus hippocastaneum L., 18 Meter hoch, 20 Meter Kronendurchmesser, ca. 110 Jahre alt) vorbei.
 
 
   G9  
Eckernförder Platz
Das Konzept des Gartenkulturpfades Berlin-Mitte besteht darin, die unterschiedlichen Charaktäre und Qualitäten städtischen Grüns in seiner ganzen Bandbreite darzustellen. Neben Plätzen die so gut wie kein Grün haben (Rosenthaler Platz) und den Vorzeigeparks der neu gestalteten Mitte Berlins (Spreebogenpark) gibt es eben auch Orte, die schon seit Jahrzehnten abseits des großen öffentlichen Interesses standen. Dementsprechend ist auch der Pflege- und Gestaltungsaufwand der Grünflächenämter eher zuhaltend gewesen. Für die Flora und Fauna muss das nicht unbedingt nachteilig sein. Verwilderte und wenig besuchte Parkecken bieten den urbanen Pflanzen- und Tierarten ideale Rückzugsquartiere.